#TheTrainingOfO … Bindung zwischen Oben und Unten

„Consensual Non-Consensual“ – Die Bindung eines Doms an seine „O“


Nichts erscheint mir persönlich tiefer als das absolute Vertrauen. Dabei spielt es nicht mal so sehr eine Rolle in welchem Verhältnis Menschen zueinander stehen. Tiefe Bindung ist in allen Lebensbereichen möglich und ein jeder sollte einen solchen Menschen haben, dem sie/er einfach alles anvertrauen kann.

Sorgen, Nöte, Ängste – vielleicht nicht mal mit dem Anspruch auf eine finale Lösung, aber mit der Gewissheit, dass diese intimen Dinge wohl bewahrt bleiben und nicht weiter getratscht werden.

Mit der Zeit habe ich für mich festgestellt, dass ich durch meinen Lebenswandel ein solcher Mensch geworden bin. Mehr als noch früher bin ich mir meiner Mitwisserschaft bewusst und es ehrt mich sehr, wenn vor allem wildfremde Menschen bei mir einfach mal loslassen können und ihren ganzen Weltschmerz in meinen seelischen Mülleimer werfen.

Mit dem Typen von damals verbindet mich nicht mehr sehr viel. Ich habe gelernt, auch schmerzhaft, dass der Bumerang immer zurück kommt. Und Dinge, die ich achtlos ausgeplaudert habe, trafen mich immer mit voller Wucht, wenn nicht sogar extremer.

Vertrauensverlust ist mit nichts gleich zu setzen. Wenn Dir eine geschätzte, wenn nicht gar geliebte Person die Brocken vor die Füße wirft, dann ist das ein plötzlicher Fullstop. Ende. Aus. Vorbei.

BDSM ist der Weg gewesen mich ein wenig von diesem Typen zu trennen, welcher achtlos mit Mensch und Material umging. Der sich nicht festlegen wollte. Dinge wie Respekt, Wertschätzung, Loyalität … ich wurde nicht in vollem Umfang damit geboren. Und wenn ich das so lese, dann klingt das … nun, am Ende des Tages hat jeder Mensch irgendwie ein bisschen mehr oder weniger einen an der Klatsche.

Und vielleicht ist das auch nun so ein Grund warum meine Frau meinte, dass ich sie ab und an ihren Vater erinnere. In sich ruhend wie ein Buddha. Niemals laut, aber wenn es drauf ankommt richtungsweisend und bestimmend. Sich seiner selbst sicher in dem was er kann, aber auch in dem was er nicht kann. Wissen, was er will, aber auch, was er nicht will.

Es wäre nun ziemlich komisch, den Typen von damals zu beschreiben, denn der Mensch der ich heute bin, ist mir bewusster und deutlich lieber. Deswegen behalte ich das einfach für mich.

Blicke ich heute in den Kreis meiner Lieben, vor allem zu meinen Subs (auch ehemalige), dann verbindet mich sehr viel Liebe und Loyalität mit ihnen. Weil ich wohl wirklich so etwas wie ein Fels in der Brandung bin, an welchem sich die weiblichen Emotionen angstfrei vollkommen entfalten können ohne mich selber zu beeinträchtigen.

Ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment, den ich mit meinen Subs verbringen darf. Diese Momente sind kostbar, intensiv, innig, vertraut, liebevoll und das in beiden Richtungen. Das mag von außen sicherlich anders aussehen, aber … zugegeben … ist uns völlig Wumpe.

Es erfüllt mich mit Schmerz, wenn es jemandem nicht gut geht und ich freue mich mit ihnen, wenn irgendwas gut klappt. Nicht unbedingt ein Mann vieler Worte, aber ich lasse meinen Emotionen immer und ausnahmslos freien Lauf.

Und ich denke, dass macht mich aus. Ich bin nicht unberührbar, ich bin nahbar. Ich bin nicht verschlossen, ich bin offen. Als Dom falle ich auf weibliche Manipulationen nicht herein, als Mann knie ich nieder, weil sie es dennoch versuchen.

Es geht mir … verdammte Scheiße noch eins! … gut.