Eine Sub „muss“ …

… erstmal gar nichts.


Hier endet so mancher Kommentar in so manchen Foren und ich finde, es stimmt nicht ganz. Tut mir leid, wenn ich dem doch ein wenig widersprechen muss.

Wenn ich mich dem Begriff „Submission“ nähere, dann komme ich immer wieder an den Punkt, dass „Submission“ die freiwillig gewählte Form der Unterwerfung darstellt (jetzt in meinem Kontext des BDSM). Und Unterwerfung bedingt, dass man sich dem Willen des dominanten Partners unterwirft. Was dann auch bedeuten muss, dass es Dinge gibt, die Sub tun muss. Und zwar alle Dinge (bis das Safeword sie retten mag).

So wäre wohl mein Kurztext zu verstehen.


Ist aber auch zu kurz gesprungen.

Obgleich … sucht sich die Sub nicht ihren eigenen Dom aus? Wählt sie nicht weise, ob der Dom mit seinem Ticken zu ihren Tacken passt? Und gibt es dann überhaupt noch ein „Ich muss“?. Kommt eine Paarung dann nicht in den Bereich „Ich will, dass ich muss!“ oder noch besser „Ich will das so!“.

Gerade Anfänger informieren sich in Foren über die verschiedenen Formen, Farben und Varianten und bekommen ziemlich schnell mit, dass es Doms gibt, die es so und so wollen und so kommen viele zum Schluss (nach wenigen Kontakten), dass wohl alle Doms irgendwie gleich sind und Dinge wollen, die Sub eben nicht will.

Meine Frage ist: Warum lässt Sub sich dann überhaupt mit so einem Dom ein, wenn er ihr doch so gar nicht passt? Ist der Druck des Erlebnissex so groß, dass Sub einfach wissen will, wie das ist?

Wer mein Blog gut liest, der hat mitbekommen, dass Natursekt mir sehr wichtig ist und eine Sub (im Zirkel) sich früher oder später damit zu beschäftigen hat. Spätestens im „O“-Bereich wird es Pflicht. Und schon geht das Kopfkino los und Sub begibt sich im WWW auf die Suche und findet allerlei Content, die mit Wassersport zu tun haben. Und ist erschrocken. Und bekommt Angst. Und und und …

In erster Linie ist Sub ein Mensch und erst danach Sub. Die Tatsache, dass ich ab einem bestimmtem Zeitpunkt auf gewisse Dinge bestehe, ist Ergebnis eines langen gemeinsamen Weges. Mit viel Annäherung an die Materie, Üben, Reden, Denken. So entsteht eine glaubhafte, wahrhaftige D/s-Bindung, die vertrauensvoll in die Bereiche vordringen kann, die Natursekt erst möglich machen.

Der Umkehrschluss ist jedoch nicht, dass wenn eine Auszubildende gleich von Anfang an Natursekt in den Mund aufnimmt, weil sie es eben mag, dass dies den Weg in den Zirkel bedeutet. Oder eine bessere Sub als Andere im Zirkel ist. Zudem macht es auch mir keinen Spaß, wenn ich mitbekomme, dass Sub beim Natursekt angeekelt ist und es nur macht, weil sie es eben muss, aber nicht wirklich will.

Um meine Sub (eine Sub im Zirkel) zu sein braucht es schon ein wenig mehr.

Mut muss sie haben. Sie muss den Mut besitzen auch mal dorthin zu gehen, wo es weh tut (und ich meine das nicht körperlich). Sie muss den Mut besitzen mit mir ihre Komfortzone zu verlassen, weil ich um sie und mich eine neue Komfortzone bauen möchte. Sie muss den Mut haben, sich selber entdecken zu wollen. Ich bin auf dem Weg zu ihr selber ein Begleiter, der sie dabei beschützt.

Natürlich habe auch ich ein Bild im Kopf. Und bisher hat noch jede Sub ganz genau wissen wollen, wie dieses Bild ausschaut. Glaubt mir, dies ist alleine mein Geheimnis. Denn ich möchte keine Liste abarbeiten. Würde ich diese veröffentlichen, dann wäre da noch viel mehr Gedankengekreisel aka „Schaffe ich das?“, „Kann ich das?“ und weniger „Will ich das?“. Meine Sub muss wollen. Sie muss meine Dominanz lieben. Es geht nicht um den Penis in meiner Hose, sondern irgendwie um die Befreiung der weiblichen Libido.


Vielleicht nur eines: Meine Sub muss sich darüber im Klaren sein, dass ich nicht nur mit ihr, sondern auch über sie spreche. Voller Stolz. Voller Lob und voller Anerkennung.

5 thoughts on “Eine Sub „muss“ …

      1. Mhmm schon das mit dem Druck, das ich wissen will wie es ist, denn so richtig weiß ich es nicht. Ich hoffe natürlich, das ich dadurch, nicht zu leichtsinnig werde.

        Aber stimmt, es heißt immer sie muss nix. Es sind gewisse Wünsche oder nein eher Erwartungen, nunmal aber doch vorhanden.
        Du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst.

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