Prosaisch

„Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht!“ –  Friedrich Nietzsche

Es ist erstaunlich, was aus diesem Mann so geworden ist. Als kleiner Mann so um die 30 halbwegs angekommen auf der dunklen Seite.
Jetzt mit 47 ganz exakt dort, wo er sein wollte. Lassen wir den Beruf mal beiseite (der ist ja immer irgendwie so lala) ist mein Privatleben derzeit intakt, wie es nicht besser sein kann.

Ich bin mit mir im Reinen. Ich bin ausgeglichen. Ich bin fest. Ich wackele wenig bis kaum.

Eine Bekannte sagte mir mal, ich sei dieser berühmte Fels in der Brandung und als Dom eine interessante Mischung aus extrovertierter Rampensau auf der einen Seite, niemals ruhig, immer den nächsten Kink im Auge, immer auf dem Weg neue Dinge zu bewegen um seine Frau und seine Sub glücklich zu machen und stiller, väterlicher Freund und Mann auf der anderen Seite, der zwar nicht immer einen Rat weiß, aber in dessen Arm man enthemmt weinen kann, jede Wortäußerung zwar wertet, aber nicht bewertet.

Ich bedanke mich sehr für dieses Kompliment.

Und ja … das ist dann wohl auch so. Das ist dann wohl dieses Angekommen im Leben. Das Angekommen sein bei sich selber.

Manche sagen, dass der Erfolg viele Väter hat, aber allen Unkenrufen zum Trotz wurde ich mehrheitlich durch Frauen domest…. ähm sozialisiert 😉
Und vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht so wie ein Mann ticke. Ich interessiere mich weder für schnelle Autos, noch für Kampfsport, teure Uhren, Fußball.
Meine Frau sagt immer, dass ich eher die Frau in unserer Beziehung bin. Und ich mag dem mittlerweile auch gerne zustimmen. Selbst wenn mich das ab und an „süß“ macht.

Ich habe im täglichen Leben eine lebensdevote Ader, ohne jedoch den Ansatz zu haben es allem und jedem Recht zu machen.
Ich mag mich gerne um meine Mitmenschen kümmern, halte so gut es geht mehr oder weniger Kontakt.
Ich werde kaum bis wenig laut, weil ich gelernt habe, was im leben wichtig ist und was nicht.
Vielleicht gehe ich mit einigen Dingen etwas sorgloser um, und meine Frau (und auch die Sub!) klopfen mir ab und an auf die Finger.

Mein Herz ist keine Einbahnstraße, sondern schüttet Liebe und Zuneigung aus. Ich mag mich nicht mehr an diesen Typen erinnern, der ich mal war.
Vielleicht bin ich auch gerade erst aus der Pubertät raus, wer weiß das schon so genau 🙂

Ziele, die ich verfolge, die verfolge ich. Gemächlich. In stressigen Situationen aber reagiere ich bestimmend. Schnelle Entscheidungen.

Ich habe zwei wundervolle Kinder und meine Tochter (11) ist eindeutig ein Vaterkind, auch wenn sie nicht meine leibliche Tochter ist. Sie wird eine hübsche, junge Dame werden und ich wünsche ihr, dass sie niemals auf so einen Typen trifft, wie ich es mal gewesen bin. Sie ist gerade so in der Mischung aus kleinem Mädchen und großer Tochter. Eine extrem spannende Zeit. Die Frau an meiner Seite wünscht mir dann immer viel Spaß, wenn sie ein Pubertier wird. Mein Sohn (8) ist wohl wirklich eine kleine Ausgabe von mir. Ein Miniextrovertit. Sie kennen das ja mit dem Apfel und dem Stamm. Ein kleiner Wadenbeisser und Charmeur, der nicht locker lässt. Er muss noch lernen, wann es Zeit ist aufzuhören und dann sollte es später auch mit den Frauen klappen. Ihm wünsche ich jemanden, der so ist wie meine Frau. Oder meine Sub. Jemand, der ihm charmant, aber bestimmt auf die Finger klopft. Er wird es brauchen.

Leute, das Leben fesselt. Es ist derzeit aufregend und spannend und mein Herz ist zum Bersten gefüllt. Selten zuvor, war ich mit mir im Reinen und Eins.

Und ich denke, dass in den Zeiten in welchen wir heute leben, die politisch ziemlich durchwachsen sind, wo rechtspopulistische Menschenverachter in die Parlamente zurückkehren, ihr mal etwas, einfach etwas sehr, sehr Schönes lesen solltet.

Martin