#TheTrainingOfO … ist kein Hexenzauber.

„Eines ist sicher. Es wurde noch nie so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.“

Es gibt da so Hashtags, die ich auf Twitter gerne benutze und manchmal auch in Kombination. Der geneigte Leser wird sicherlich schon von #CircleOfFalbalus, #PossibleParcours oder eben auch #TheTrainingOfO gelesen haben. Interessant wird es für mich immer dann, wenn ich alle drei gemeinsam nutze mit dem Hinweis „Master’s Hints“. Und es gibt Menschen unter euch, die mit allen drei Hashtags etwas anfangen können und andere können das nicht und … nun ihr seid hier auf dem Blog und mit etwas Glück wird sich sicher das ein oder andere erschließen.

Ganz lustig finde ich, wenn jemand zu mir sagt, er/sie habe das ganze Blog hoch unter runtergelesen und ihm/ihr seien die Begriffe irgendwie nicht untergekommen. Dies hat wahrscheinlich den Grund, dass das Blog auf Handys merkwürdig aussieht (man kann mir das durchaus mitteilen!) oder eben, dass es zuviel Inhalt ist (und damit verwirrt und noch mehr Fragen aufwirft) oder es versucht jemand eine Verbindung zu mir aufzubauen ohne das Blog je gelesen zu haben. Letztere bitte nicht. Danke 🙂

Wer meine Notizen im Blog eifrig verfolgt, der wird mitbekommen haben, dass ich mich durchaus für eine „O“ interessiere. Diese anzuleiten, auszubilden, zu trainieren und dann auch zu beschäftigen. Nicht jede Sub oder Sklavin taugt dazu. Es gehört ein ganz gewisses Standing in diese Rolle, die frau entweder mitbringt (was das Einfachste wäre) oder unter Anwendung erzieherischer Methoden für sich selber ausprägt (nicht immer leicht – für beide!). Dennoch ist #TheTrainingOfO kein Hexenzauber.

Wer sich im Internet schlau machen möchte, der stößt natürlich auf die Kolleginnen und Kollegen von kink.com. Viel interessanter als die ganzen Videos um alles, was BDSM ausmacht (und in Dimensionen vordringt, wo nie ein Herr Mewes gewesen ist und niemals vordringen wird) könnte jedoch die Dokumentationswebsite http://www.behindkink.com/ sein. Dies nur mal so als Hinweis.

Wie ich jedoch bereits an anderer Stelle ausführlich formulierte, mag ich mir das eine oder andere gerne anschauen, aber am Ende ist das „Training of O“, wie kink.com es darstellt, garantiert nicht mein #TheTrainingOfO. So könnte ich ausführen, dass mir die geldlichen Mittel fehlen um entsprechende Szenerien wie „The Upper Floor“ oder „Hogtied“ wirklich und vollständig auszubilden. Inklusive Gerätschaften et cetera. Mal ganz abgesehen davon, dass dies tatsächlich so ist, ist es eben nicht mein „kink“. Wenn sich also jemand für mein #TheTrainingOfO interessiert, dem werden ganz andere Dinge begegnen und geschehen.

Meine Person ist „D/s“-sozialisiert und weniger im „SM“ verhaftet. Was nicht bedeutet, dass ich eine gute und lange Session mit Hirnventrikel (kann auch mal eine oder zwei Stunden am Stück gehen) nicht schätze. Mein „SM“ wird jedoch ganz stark von „D/s“ infiltriert und ausgearbeitet. Mir ist Erotik extrem wichtig. Ich ziehe nur wenig Lust daraus einer Frau physischen Schmerz zu bereiten, nur des Schmerzes willen. Das ist mir persönlich einfach zu öde. Dass ich Tränen produziere hat immer ein Ziel und einen Zweck. Er ist von tiefer Verbundenheit zu der Person getragen, die ich vor mir habe. So habe ich mal getwittert, dass ich eine Frau genau so wenig schlagen kann, wie ich einfach so mit einer Frau vögeln kann.

Was und wie genau mein #TheTrainingOfO ausschaut, kann ich nur im Ansatz aufzeigen. Jede Sub oder Sklavin hat eigene Kinks, die ich im Rahmen meiner eigenen Möglichkeiten bediene. Jedoch haben sich alle Subs im #CircleOfFalbalus folgendem Kanon unterworfen.

a) Ein Blowjob ist wichtiger als Vögeln.
b) Ich werde fremdgefickt.
c) Mein Herr schlägt mich, weil er es will und nicht als Strafe.
d) Teile meiner Ausbildung finden in der Öffentlichkeit statt.

Wenn eine unerfahrene Frau, die sich für BDSM interessiert, sowas liest und keinen gefestigten Stand im eigenen Leben hat (hat übrigens nichts mit dem Alter zu tun!), so wird sie einstweilen erschrecken. Und ich kann das auch verstehen. Aber wer dieses Blogs eingehend studiert hat, der wird wissen, dass ich keine Sub oder Sklavin gleich als „O“-Trainee annehme.


Schritt Eins – Das Einspielen

Sub/Sklavin und Dom müssen sich kennen lernen. Diese Phase ist mit extrem viel Kommunikation und Austausch verbunden und das lange bevor ein Flogger durch die Gegend zischt.
Vielleicht auch sehr lange, bevor man sich das allererste Mal überhaupt sieht. Ich wünsche mir eine natürliche Bindung zur Sub/Sklavin, die auf beider seitigem Vertrauen basiert. Und es ist mir nicht möglich den festen Riemen auf die Orgel zu ziehen, bevor D/s alleine genommen funktioniert. Regeln werden eingeübt, Körperhaltungen, Anreden. Ich bin da recht formal geprägt und nur in dieser Zeit kann auch eine echte Prägung der Sub/Sklavin auf den Dom geschehen. Und eben auch anders herum.


Schritt Zwei – Öffentliche Auftritte

D/s bedeutet für mich auch, dass man mal ein Pornokino besucht. Die Dame ein wenig zur Schau stellen, anfassen lassen, ein Blowjob hier und da. Aber alles in Maßen und vor allem im Tempo der Sub/Sklavin. Ich bin kein Einpeitscher. Ich wünsche mir, dass die Sub/Sklavin versteht, dass sie sich jederzeit auf mich verlassen kann und dass ich sie stets beschütze und nicht einfach nur den Dingen ihren Lauf lasse. Gerade in diesem Aspekt wird echtes Vertrauen geboren, und zwar in beide Richtungen.


Schritt Drei – Der Schmerz

Schmerz ist in meiner Sexualität vorhanden und dennoch möchte ich klar stellen (zur Sicherheit), dass ich kein Sadist bin. Mir steht es nicht nach Blut oder Nadeln. Tara kann da sicher ein leidvolles Lied von Singen, aber sie betont stets: „in dubeo pro isso“. Was nicht bedeutet, dass ich den Schmerz nicht bediene. Dafür muss aber auch meine Tagesform stimmen, weil auch ich genügend Adrenalin brauche, um meine eigenen Grenzen zu testen.


Schritt Vier – Die „O“

Zu diesem Zeitpunkt sind vielleicht zwei Jahre vergangen und man ist eingestellt aufeinander und hat sich im „kink“ gefunden. Grundsätzliche Kommunikation über Probleme, Hindernisse et cetera sind nicht mehr in vollem Umfang notwenig. Mein Formalismus erlaubt jedoch nur einen Schritt eine „O“ anzunehmen. Sie muss mich darum bitten, meine „O“ sein zu dürfen. Und dies mündlich im Beisein meiner Frau in einer Zeremonie, die sich die Sub/Sklavin selbst ausgesucht hat.

Der werte Leser mag nun denken, dass dies eine wirklich hohe Hürde ist. Und der werte Leser hat völlig Recht. Das ist es auch. Noch viel mehr als Sub oder Sklavin verbindet die „O“ für mich beide Formen des Sexualität und noch viel mehr bietet sich die Gespielin an mein „Eigentum“ zu werden. Rechtlos, aber nicht bedeutungslos mit dem einzigen Recht zu gehen. Ohne Wiederkehr.


Allen meinen Subs (ja, auch Hirnventrikel) gebe ich die Möglichkeit sich in „O“-Momenten auszuleben. Das sind Dinge, die vorher weder kommuniziert sind oder angedeutet. Ich bin dann auch anders im Umgang und führe eben dann nicht mehr die gute Freundin Tara oder meine Frau Hirnventrikel. Ich führe dann eine „O“ für wenige Stunden mit einem Regelwerk, welches ich vorgebe und von dem ich erwarte, dass es widerspruchslos angenommen wird. Wie es sich eben für eine „O“ gehört. Am Ende findet natürlich Kommunikation darüber statt. Und Dinge werden verworfen im Rahmen der „Business Meetings“ oder ich höre ein „Ja, bitte … unbedingt, mein Herr!“. Nennen wir es einfach mal so, dass die Sub/Sklavin sich mit den Freuden einer Teilzeit-„O“ auseinandersetzen kann mit allen Möglichkeiten, die eine Sub/Sklavin bei der Mitsprache hat. Und aufgrund dieser Erfahrungen mit mir, kann die Sub/Sklavin entscheiden, ob sie mir einen Antrag macht oder nicht.

Dabei steht nicht zur Debatte, dass eine Sub/Sklavin eine schlechte Sub/Sklavin ist, wenn sie mich nie fragt. Denn, wenn sie fragt lebt sie auch mit der Unsicherheit, dass ich ablehne.

3 thoughts on “#TheTrainingOfO … ist kein Hexenzauber.

  1. Interessant Sichtweise. Setzt aber eine gehörige Portion Menschenkenntnis voraus. Wie sonst kann man beurteilen, ob eine Dame die Rolle der „O“ auch genießt. Es ist ein sehr schwieriges Thema aber auch unglaublich erregend.

    1. Danke für Dein Feedback.
      In der Tat ist das ziemlich weit vorne, aber man wächst auch mit seinen Aufgaben.

      Die Frage nach dem „Genuss“ seitens der „O“ ist eher unspektakulär zu betrachten. Durch die Bindung vorab ist ein entsprechendes Machtgefälle in den „O“-Momenten erzeugt worden, die es der Sub/Sklavin einfach machen soll, sich an den Wechsel zu gewöhnen und dieses für sich zu akzeptieren. Denn der „Genuss“ der „O“ ist es bedingungslos gehorchen zu wollen, weil sie weiß, dass ihr nichts geschieht. Es ist eben ein Mindset … und zwar für beide.

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