Vorführung und Zuführung

Vorführung

Bei der Vorführung wird der submissive Partner anderen Menschen als Sexobjekt gezeigt.

Der submissive Partner wird teilweise oder komplett entkleidet werden, so dass die Beobachter sich am Anblick aufgeilen können.

Des weiteren kommt es in Anwesenheit anderer oftmals zu Sex zwischen Dom und Sub unter den Augen anderer.

Dies findet zumeist in Pornokinos statt, um eine anonyme Masse zu haben, wobei die Sub nicht zur Verfügung gestellt wird (Zuführung).

Es geht um den Reiz beobachtet zu werden und die Sub eindeutig auf das Sexobjekt zu reduzieren. Möglich ist, dass der Dom den submissiven Partner von Fremden anfassen lässt. Mehr aber auch nicht.

In kleinerem Kreis (unter Paaren) werden die Subs ebenfalls als Sexobjekt gesehen, wobei die Doms sich im Beisein der Subs über die Vorteile der Subs austauschen, um eine (kurzfristige) Überlassung (Partnertausch) zu vereinbaren. Es gibt für die Subs eine Kleiderordnung und sie haben sich auf Anweisung ganz oder teilweise ihrer Kleidung zu entledigen, um sich so ins rechte Licht zu rücken.


 Zuführung

 Darüber hinaus gehend, lässt der Dom andere Partner seine Sub nicht nur anfassen, sondern stellt die Sub auch für Sex zur Verfügung. Dabei hat die Sub kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Partner. Dies kann ebenfalls in Pornokinos stattfinden, da die anonyme Masse ein dankbares Publikum darstellt.

Auch wenn die Sub eine Masochistin ist, wird sie in den meisten Fällen „nur“ zum Sex mit Fremden verpflichtet. Daher wird es meist über einen Blowjob und Vaginalverkehr nicht hinausgehen. Aber je nach Absprache wird die Sub auch für Gangbangs oder Massenbesamungen (Auf Brüste oder Gesicht oder in den Mund) freigegeben. Der Dom achtet dabei stets auf seine Sub und lässt sie niemals alleine. In ihrer Vorstellung tut die Sub dies alles jedoch nur für ihren Dom, um ihm zu gefallen, und nicht, um anderen zu gefallen.

Denkbar ist auch, dass die Sub als Prostituierte unterwegs ist und damit der Dom den Zuhälter spielt. Das scheint sogar recht weit verbreitet zu sein, denn der Wert der Sub steigt durchaus, wenn andere bereit sind für Sex mit ihr Geld zu bezahlen.

Die Krönung ist, wenn der Dom seine Sub auch über Nacht oder länger an einen anderen Mann „verkauft“.

Dem geht jedoch in vielen Fällen eine eingehende Vorführung mit einem anderen Paar voraus, um die submissiven Partner zu tauschen.

 Die „Geschichte der O“ behandelt den Weg, dass „O“ einem anderen Mann dauerhaft übereignet wird. Deswegen bleibt „O“ dennoch in Liebe mit ihrem ursprünglichem Herrn verbunden und geht diesen Weg wegen ihm und für ihn.

Die „O“: Eine Gedankenreise ins reale Leben.

Inspiriert von der wunderbaren @Crimson_Silk (https://twitter.com/Crimson_Silk) durch ihren Tweet (https://twitter.com/Crimson_Silk/status/847349527950499840) in Verbindung mit „Die Geschichte der jO“ (https://www.amazon.de/Geschichte-jO-Johanna-Koltai-ebook/dp/B01B6PZ9NA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1457528052&sr=8-1&keywords=geschichte+der+jo) von @sklavin_johanna (https://twitter.com/sklavin_johanna) lade ich Euch ein, mal eine ernsthafte Gedankenreise zu machen.


Ich habe sicherlich schon viel dazu geschrieben, was ich meine denken zu dürfen, was eine gute Sub/Sklavin/“O“ zu sein, tun oder lassen hat.
Sicherlich ist nicht unbekannt, dass meine ureigene Definition der Submissivität zwischen Sub und Sklavin unterscheidet und die „O“ weit darüber hinaus eine Verbindung beider Formen darstellt.

Mit dieser These stehe ich in ständigem Diskurs mit mir selbst. Was andere Herrschaften davon halten oder wie diese das sehen ist für mich ebenfalls interessant zu wissen, und in Nuancen nehme ich Dinge, die ich neu lernen kann auch in meine Definition mit auf. Aber eben nur in Nuancen. Auf der anderen Seite sind es auch die Damen im #CircleOfFalbalus, die mich unbewusst und ständig darüber nachdenken lassen. 
Dennoch: Mein Bild der „O“ ist ein gefestigtes, wenig dynamisches Bild. Weil ich halt in dieser Denke angekommen bin. Was mich heute beschäftigt ist, wie es möglich sein kann, neben den Dingen im realen Leben (Hausfrau, Ehefrau, Mutter, Tochter, Schwester, Tante, Selbstständige, Angestellte, …) eben auch die willenlose Geliebte zu sein … und zu bleiben. Los geht’s.


 

„Die Hauptzeit verbringe ich damit mein Leben zu organisieren, da bin ich halt nicht immer ’sexuell‘ drauf.“

Ich möchte Dich nicht bedrängen. Darauf nehme ich Rücksicht. Aber es ist mir persönlich egal, ob Du ’sexuell‘ drauf bist. Ich schicke Dir eine Nachricht per „WhatsApp“ und es ist immer möglich innerhalb einer definierten Zeit darauf zu reagieren. Ich will Dich nackt sehen, also suche Dir die nächste Möglichkeit. Eine Toilette ist immer in der Nähe, die Du hinter Dir abschließen kannst. Immer. Ohne Ausnahme. Rund um die Uhr. Und selbst, wenn diese noch so dreckig sein mag. Der Vorgang als solcher dauert keine zwei Minuten, also los. Mache mich glücklich.

Ich lasse das mal so stehen und komme später darauf zurück.

Womit Frauen die meisten Probleme haben ist, jemanden zu erlauben so tief in ihr Leben eingreifen zu können. Obwohl ein Nacktselfie jetzt echt nicht brutal ist. Da steht ja nichts von „Suche Dir einen Schwanz und schicke mir ein Foto, wie Du ihn bläst“, richtig? Alleine, dass so eine „WhatsApp“ kommen könnte zu einem Zeitpunkt, wo es gerade nicht so passt. Du musst es Dir gedanklich so bequem machen, dass sowas zu jederzeit passieren kann und dass Du bereit dafür bist. Dass Du Dich darauf freust, wenn sowas passiert. Auch wenn es nicht passt. Weil Dein Herr jetzt in diesem Augenblick intensiv an Dich denkt. Ist das nicht toll?

Es geht um eine Umkehr der Gedankenwelt, dass egal, was und wann es kommt, ich mache ihn glücklich und er ist stolz auf mich, wenn ich Dinge mache, auch wenn diese unbequem sind. Dazu darf der werte Leser gerne „M“ (https://twitter.com/discret_servant) befragen. Sie ist Mutter und alleinerziehend. Keine „O“, aber gegen den Frust, den einige Aufgaben so erzeugen, arbeitet sie mit dem Willen, mich glücklich zu sehen. Und dann bin auch ich bereit die Zügel in bestimmten Lebenssituationen völlig locker zu lassen, weil das reale Leben halt wichtiger ist als der Kink. Hierzu kann und darf Tara (https://twitter.com/Tarasropes) gerne Zeugnis abgeben. Sie ist als Studentin prinzipiell völlig frei und unabhängig und tendenziell ist das die beste Grundlage für eine „O“, diese nach Lust und Laune zu beschäftigen. Wenn ich Tara wiedersehe, werde ich sie aber fast zwei Monate nicht gesehen haben. Und das #AusGruenden und zwar sehr nachvollziehbaren und guten.

„O“ sein ist ein Mindset und kein „Kink“, den man ein- und ausschalten kann. Das gilt für die Sub und die Sklavin ebenso, nur haben die es wesentlich einfacher. Sie können das reale Leben „vorziehen“ und „aussteigen“. Da habe ich keine Probleme mit. Deswegen ist das „Training of O“ bei mir kein Ding, was von Beginn an startet, weil es realisitisch betrachtet einfach nicht geht. Der Herr einer „O“-Novizin muss sie meiner Meinung nach erstmal als Sub oder Sklavin führen, um zu spüren, ob „O“ mit ihr möglich ist oder nicht. Sonst würde er die Dame überfordern. Und wohl auch sich selber, es würde zu mehr Frust als Lust führen.

Und, der werte Leser darf mir das gerne glauben und bei meiner Frau Hirnventrikel (https://twitter.com/Hirnventrikel) nachfragen: Würde eine Frau zu mir kommen und meine „O“ sein wollen, gleich zu Beginn vom Fleck weg, dann würde sie erstmal von der Senior-Sub des #CircleOfFalbalus mit Terminen zugeschüttet werden ohne irgendwelche Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten. Nur um zu demonstrieren, dass das so einfach nicht funktioniert.

(Update 31.03.2017: Die Frau hat Kopfkino.)

Eine „O“ bringt ihr Leben so in Ordnung, dass sie auch „O“ sein kann. Weil sie es will. Nicht weil es von ihr gefordert wird. Ich rate dringend davon ab. Die Senior-Sub kann da recht dominant unterwegs sein.


„Was bedeutet das mit dem ‚Leben in Ordnung bringen‘?“

Du musst Dein Leben nicht wirklich umorganisieren. Deine familiären Verpflichtungen haben immer und ausnahmslos Vorrang. Ich habe sowas ja auch (Oh, Wunder). Wenn Du jedoch einen Termin platzen lässt, und wenn noch so nachvollziehbar, dann muss Dir bewusst sein, dass Dein Herr sich das notiert und entsprechend reagieren wird. Eine „O“ muss nicht fair behandelt werden. Sie hat kein Recht darauf. Demütigung gehört zur Demut einfach dazu. Ist im Preis enthalten. Ganz einfach. Deswegen muss du Dir darüber im Klaren sein, dass die Wünsche der Herrschaft immer Vorrang haben (Ausnahme siehe oben), aber Du im Zweifelsfall eben nicht an der Jahreshauptversammlung des Karnickelzüchtervereines teilnimmst, wenn Dein Herr Dich züchtigen will. Es geht um Prioritäten. Und Du musst Deine Herrschaft zu Deiner Priorität machen. Nichts anderes ist mehr wichtig.

„Aber ich habe doch auch ein soziales Leben so?“

Wenn Du auf den 50. Geburtstag Deiner Besten Freundin eingeladen bist, dann wird die Herrschaft Dich sicher nicht belästigen. Absprachen sind notwendig. Rechtzeitige. Dennoch kann es passieren, dass die Herrschaft Dir vielleicht aufdrückt, dass Du Dir dort einen Mann aufgabelst, den Du zu verführen hast. Und als „O“ wirst Du das machen. Verlasse Dich auf subtile Dinge, die Dich immer mit Deiner Herrschaft in Verbindung bringen werden.

„OMG … ich kann doch nicht einfach …!“

Echt? Du bist doch im realen Leben frei und unabhängig. Wer weiß denn schon (vor allem irgendein Mann!), dass Du meine „O“ bist und das für mich machst? Würde Deine Beste Freundin sich nicht auch irgendwie für Dich freuen, wenn Du ansonsten „keinen“ Partner hast, dass es mal schnackelt? Und außerdem, wo habe ich Dir gesagt, dass Du es nicht auch subtil angehen kannst? Versteckt? Schneller Blowjob irgendwo reicht doch völlig aus. Leben den Moment. Habe Spaß dabei. Genieße die Wirkung, die Du auf die Männer hast. Du bist doch als „O“ viel wertvoller als jeder Mann, der Dir sein Sperma ins Dekolleté spritzt, während dessen Ehefrau im Nebenraum sich die zweite Haxe vom Buffet holt. Du kannst mit erhobenem Haupt aus der Situation gehen, während „Onkel Heinz“ sich mit seinen Gedanken plagen wird. Das musst Du nicht zu Deinem Problem machen. Als „O“ hast Du die Macht in solchen Situationen. Dieses Bewusstsein ist wichtig, Alles andere ist völlig bedeutungslos.

Und wo habe ich gesagt, dass es „Onkel Heinz“ sein muss und nicht jemand vom Catering-Service, den Du wahrscheinlich niemals wiedersehen wirst? Denke doch einfach bitte mal nach. Du hast es doch in der Hand den Wunsch der Herrschaft nach Deinem Gusto umzusetzen? Oder?

Es geht darum, dass Du Dir bewusst wirst, dass Du ein Werkzeug der Herrschaft bist um deren Kopfkino zu bedienen und Du machst andere zum Werkzeug, damit Du dieses Kopfkino bedienen kannst. Ist es nicht am Ende so, dass es in Deinem Kopf nicht Dein Herr ist, der Dir sein Sperma ins Dekolleté spritzt?


Frauen sind extrem soziale Wesen. Sie sind in aller Regel diejenigen, die die größere Sozialkompetenz haben um Familie und Freunde zusammen zu halten. Deswegen denken sie in aller Regel immer in alle Richtungen. Ausgleichend, Beruhigend, Beschwichtigend. Ein böser Herr würde nun hingehen und Dich sozial vereinsamen lassen und Dir ständig in die Quere kommen und am Ende haben Dich alle verlassen. Und nachdem der Herr seine Psychospielchen mit Dir durchgespielt hat, lässt er Dich auch fallen und geht zur nächsten weiter. Aus diesem Grund muss eine Sub oder Sklavin sich selber extrem gut prüfen, ob sie bereit ist dieses Risiko einzugehen, offiziell eine „O“ werden zu wollen / sein zu wollen. Als soziales Wesen weiß eine Frau jedoch, ob ein Mann ihr gut tut oder nicht. Sollte sie zumindest.

Und auch auf der anderen Seite der Leine (also bei mir) wird extrem abgeprüft, ob ich für jene Frau eine gute Führung sein kann oder nicht. Darüber rede ich auch mit meiner Frau, das mache ich nicht mit mir alleine aus. Das ich eine „O“ führen möchte und kann das weiß ich, aber ich weiß auch, dass ich nicht jede Frau führen kann und nicht jede ausgebildete „O“ würde meinen Stil als Herr akzeptieren und meine „O“ sein wollen / können.


„Hmmm … ich bin nachdenklich.“

Ich bitte darum. Denn eine „O“ sein wollen ist eine Noch-Mehr-Veränderung in Deinem Leben, als einfach mal einen „Abend der O“ irgendwo zu besuchen. Wobei ich mich dennoch auch vor jenen Damen verneige, die auf diese Art und Weise sich der „O“ nähern, weil es im sonstigem Leben einfach nicht geht. Es gibt hunderte valide Gründe, die „O“ in sich nur zu bestimmten Zeiten raus zu lassen. Niemand wird gezwungen. Wer jedoch Interesse daran hat eine „O“ zu führen, für den wird dies am Ende des Tages zu wenig sein? Manche Herren, so bilde ich mir das ein, denken einfach nur an eine Sexklavin und behandeln diese ohne jeden Respekt. Persönlich denke ich da aber eher an eine respektvolle Respektlosigkeit.

Ein Herr muss sich darüber im klaren sein, dass eine „O“ noch viel mehr als andere Subs oder Sklavinnen den Kontakt braucht und ohne diesen verkümmert. „Die Geschichte der jO“ ist da wirklich ein gutes Einstiegswerk, wie man von Roissy damals nach Berlin heute kommt. Und ich kann jeder Frau, die mit dem Gedanken spielt, ob diese Lebensweise etwas für sie ist, nur dringend empfehlen beide Werke zu lesen. Roissy ist für mich mehr Romantik, Berlin die harte Realität. Die Autorin beschreibt autobiographisch, um was es in modernen Zeiten gehen kann und gibt sehr viel von emotionales Gedankengut weiter. Um wie Johanna sein zu können, muss man jedoch extrem jung, wild und frei sein. Keine Bindungen, Kinder, Familien oder sowas. Das geht nicht für die Mütter, Ehefrauen, Töchter und Schwestern. Aber Teilaspekte sind machbar.

Nur … bist Du wirklich bereit dazu? Würdest Du Dich nun nackt vor Deine Kamera stellen und einem fremden Mann per „WhatsApp“ einfach mal ein Bild schicken?
Im Blog auf der Einstiegsseite ist meine Handynummer. Das könnte eine Aufgabe für eine „O“ sein.

Danke fürs Lesen.

Master Falbalus

Was ist eine O? Unsere Definition …

Nimmt man sich das Buch zu Herzen, dann ist „O“ eine Frau, die in vollem Vertrauen zu ihrem Geliebten ihren Körper für jedwede sexuelle Handlung hergibt, die er für richtig hält. Und zwar unabhängig davon, ob nur ihr Geliebter alleine sie begehrt oder er ihren Körper anderen Herren zur Verfügung stellt. Dabei stellt sie keinerlei Bedingungen und keine Fragen. Im Buch ist zu lesen, dass sie jedoch sehr wohl sehr viele Fragen hat und einen inneren Kampf darüber führt, ob das denn alles so richtig ist. Darüber redet sie mit ihrem Geliebten auch recht ausführlich und er erklärt ihr letztendlich, dass alles gut ist und sie sich keine Sorgen zu machen braucht. Sie müssen nur vertrauen und mehr nicht.

Nun gut, das ist eine echte Kurzfassung. Die Empfehlung ist in jedem Fall das Buch zu lesen und nicht den Film anzusehen, zumindest in dieser Reihenfolge vorzugehen, wenn man den Film sehen will. Denn der Film geht nicht ganz so intensiv auf die inneren Konflikte der „O“ ein.

Eine Frau wird nicht als „O“ geboren. Sie hat vielleicht Phantasien und die modernen Medien ermöglichen bereits in früher Pubertät eine Grundorientierung. Dies kann aber auch grundsätzlich in jeder Lebensphase aufkommen. Ich denke auch nicht, dass eine Frau, die das Buch gelesen hat, auch gleich sämtliche Aspekte des Buches ausleben möchte. Aber wie dem auch sei, sie benötigt dazu einen Partner. Einen Dom. Einen Sir. Einen Master. Einen Herrn. Ohne den Mann, der sie sexuell dominieren will, und zwar ganz konkret sie, wird sie keine Erfüllung finden. Und auch der Mann, der sexuell dominieren will, braucht eine Frau, die sich sexuell dominieren lassen möchte. Ohne die Sub ist der Dom wertlos und vice versa.

Ich glaube auch nicht, dass jede BDSM-Beziehung gleich mit der Zielrichtung startet, dass der Mann seine Frau zu einer „O“ machen möchte. Eine D/s-Beziehung muss wachsen und baut auf Vertrauen zueinander auf. Deswegen ist es auch gerade für mich sehr wichtig, dass egal, wie lange eine Frau bereits im BDSM-„Geschäft“ als Devote ist, sie ist immer ein unbeschriebenes Blatt. Das ist bei normalem Sex übrigens auch der Fall. Die Technik hat man drauf – jeder kann ficken. Nur gilt es immer neu herauszufinden, welche besonderen Knöpfe man zu drücken hat, damit aus Sex guter Sex wird.

Wenn man sich nun einige BDSM-Webseiten anschaut, dann kommt einem gleich der blanke Horror entgegen, was Menschen sich so antun können. Für eine BDSM-Einsteigerin (Zielgruppe!) ist das völlige Überforderung. Und eventuell sogar damit die Entscheidung, es gleich ganz bleiben zu lassen. Brüste abbinden und Gewichte an Schamlippen sind halt nicht gleich zu Anfang der Bringer. Will ein Mann eine Frau zu (s)einer „O“ machen, dann muss er sehr behutsam mit ihr vorgehen und mit ihr über das, was er vorhat kommunizieren. Dinge erklären und Bedenken ausräumen. Obgleich, nun ganz Frau, Bedenken können niemals völlig ausgeräumt werden, aber das Vertrauen in den Mann obsiegt den Gedankenkreiseln. Und das ist der Punkt. „Vertraue einem Mann, der alles mit Dir machen könnte. Und vertraue darauf, dass er es nicht tut.“

Zunächst wird sich eine Frau sicher gerne kleineren Experimenten hingeben. Augenbinde, leichte Fesselungen reichen oftmals schon für eine lange Zeit aus, um die sexuelle Lust und Gier vielleicht überhaupt erstmal zu wecken und dann im weiteren Verlauf, Lust auf mehr zu bekommen. Es geht darum, den Geist der Frau zu erobern. Sie muss sich fallen lassen können und das geht nur dann, wenn sie sich nicht überanstrengt fühlt. Ihr ist es wichtig, dass der Mann die Zügel in der Hand hält, dass sie sexuell nichts entscheiden muss. Der Mann dient und bedient (sich) gleichzeitig an ihr.

Die „O“ wird häufig dargestellt als Frau, die extreme Schmerzen und Erniedrigungen über sich ergehen lassen muss. Es soll Männer geben, die genau das wollen. Eine Frau, die als willenloses, devotes Bückstück in eine Herrenrunde geworfen wird, wo sie ohne jegliches Mitspracherecht alles über sich ergehen lassen muss. Den Mann erregt dies sehr und bei der passenden Frau wird auch dem werten Leser klar sein, dass sie für ihren Mann in diese Rolle schlüpft. Die anderen Männer sind ihr schnurzpieps. Solche „O“-Gangbangs sind keine Swingerparty.

Allerdings gibt es Männer, die eine „O“ nur dafür haben wollen, dass sie ihre sadistischen Neigungen an ihr ausleben können, und wenn die Frau masochistisch ist, dann bitte – Warum nicht.

Allerdings wird ein dominanter Mann mit einer masochistischen Frau ebenso wenig anfangen können, wie ein sadistischer Mann mit einer devoten Frau.

Die Tür ins Abenteuer

Das erste Spiel

Nach dem ersten Kaffee war ich erst Mal damit beschäftigt meine
Gedanken zu ordnen.
Meine größte Sorge war, dass ich dem erfahrenen Falbalus nicht
genügen würde, das der ER Wünsche hat, die ich nicht erfüllen kann.

In der einen oder anderen E-Mail kam der ER sehr streng daher und
das machte mir ein wenig Angst, denn eines wusste ich ganz genau.
Ich kann und bin keine bedingungslose „O“. Dazu stehe ich mit beiden Beinen zu sehr in der Realität.

Diese Angst hat mir der ER in weiteren E-Mails genommen und nun lag es an mir einen Termin zu finden. Ich fasste meinen ganzen Mut
zusammen und schrieb eine offizielle Bewerbung mit einem
Terminvorschlag.

Meine Bewerbung wurde angenommen und der Termin
stand fest. Jetzt hieß es warten. Durch weitere E-Mail und Chats
wurde ich nur noch neugieriger und nervöser.

Da ich keine Frau ohne Hirn bin, ließ ich mich an dem Abend von
einer Freundin „covern“. Der ER hatte ein Zimmer in einem 4 Sterne
Hotel reserviert. Seine Daten (Name, Anschrift, Handy-Nummer) hatte ich meiner Freundin gegeben. Also konnte es losgehen.

Gegen 15:00Uhr traf ich in Köln ein. An der Rezeption war auf meinen Namen eine Schlüsselkarte hinterlegt. Ich grinste bis über beide Ohren als ich auf der Schlüsselkarte „Mrs. Steele“ las. Die Dame an der Rezeption grinste mich ebenso breit an und nun war die Katze aus dem Sack und jeder konnte mir ansehen welches unmoralische Angebot ich angenommen hatte.

Nun gut, also bin ich rauf ins Zimmer. Im Zimmer angekommen stockte mir der Atem. Der ER hatte sein Handwerkszeug (Flogger, Peitsche, Halsband, Handschellen, Kondome, Magic Wand etc.) dekorativ im Zimmer verteilt.

Und schon kam die erste WhatsApp „ Willkommen im Hotel, bitte lassen Sie sich Zeit und schauen sich ganz in Ruhe um. Berühren Sie, spüren Sie und nehmen Sie dann 3 Dinge und diese zur Seite die Sie später spüren möchten.“

Ich war zu diesem Zeitpunkt total fertig. Das alles tut ein Mann für
mich „WOW“ und Ich suchte mir 3 Dinge aus:

1. Flogger
2. Handschellen
3. Gürtel

Alles andere ließ ich liegen und ich machte mich hübsch.

Gegen 17:15Uhr machte ich mich auf ins Restaurant. Dort wurde ich
schon erwartet. Ich in meinem kleinen Schwarzen und der ER
standesgemäß im Anzug.
Ich war total nervös und wibbelte auf meinem Stuhl hin und her. Was
zum einen daran lag der ER mich mit seinen Augen schon vor Ort
auszog und zum anderen hatte ich das Gefühl, dass man mir ansah
weswegen wir uns trafen.

Nach dem Essen gingen wir zurück ins Hotel und bis zur Hoteltür
hätte ich immer noch „NEIN“ sagen können. Tat ich aber nicht. Die
Tür in mein Abenteuer öffnete sich.

Wir gingen ins Zimmer und ehe ich mich versah, wurde ich an die Wand gedrückt und leidenschaftlich geküsst. Er schob mir mein Kleid nach oben und zack hatte ich meinen ersten harten Schlag auf meinem Hintern.

Eine Nanosekunde dachte ich „Ach du Scheiße, auf was habe
ich mich da eingelassen?“

Doch dann spürte ich die „Wärme“ und die „Nässe“  und ich wusste genau das wollte ich. Er entkleidete mich und
verband mir die Augen. Er schob mich zum Bett und ich kniete nieder.
Nun fing mein Hintern an zu glühen. Der ER bearbeitete meinen
Hintern und mir gefiel es immer besser.

Kurzum: Alle meine Ängste, Sorgen und Befürchtungen lösten sich in Luft auf.

Fesseln … Lust … Magie

Er: Wir treffen uns am gewohnten Ort. Zur vereinbarten Zeit.
Sie: Ja, mein Herr.
Er: Was sollst Du tun?
Sie: Ich werde ein Seil kaufen. Lang genug. Vielleicht 4 Meter.
Er: Bist Du bereit dazu?
Sie: Ja, mein Herr.
Er: Dann geh‘.

Nicht, dass sie kleinere Aufgaben nicht gewohnt war. Es war nicht schwierig sein Augendings zu befriedigen. Ein Nippel hier, eine Vulva dort. Er mochte sanfte Aufmerksamkeiten und keine, wie er immer betonte, aufgeplatzten Igel. Sie war fasziniert davon, dass er sie zwar sehen wollte, aber nicht erniedrigend. Er forderte Intelligenz ein. Sich Gedanken machen. Da reichte auch schon einfach, wenn sie ablichtete, wie ihre langen Haare sanft ihren Hals umschmiegten oder ihrem geliebten Analplug einen Kuss gab.

Sie fühlte sich liebevoll bedrängt.

Doch nun ging eine neue Türe auf. Lange hatten sie darüber gesprochen, ob Bondage etwas wäre. Am Ende hatte er gar keine Erfahrung damit und er war eher derjenige, welcher mit ein paar Stahlfesseln zur Ordnung rief. Doch sein Wunsch ein kleines Seil zu kaufen, um damit zu experimientieren, war … akzeptabel. Er untertrieb seine Lust immer so nett. Wusste sie, dass alleine, wenn sie ihm ein Foto von dem Seil schicken würde … na ja, er würde davon nicht gleich ejakulieren. Aber es würde ihm gefallen und damit auch ihr.

Also stiefelte sie los in den nächsten Baumarkt. Ein wenig unruhig, weil was wäre, wenn jemand fragen würde, wofür man „nur vier Meter“ brauchen würde? Wahrscheinlich wäre die Wahrheit die einfachste Variante: „Mein Mann will mich heute fesseln und dann vernaschen.“
Doch der Einkauf eines Seiles in ihrer Lieblingsfarbe Blau war dann doch kein Problem. Sie wickelte die abgeschnittenen vier Meter testweise in Doppelreihe um ihr Handgelenk und zog ein wenig daran. Ungeübt wie sie war, zeigte sich natürlich ein dezenter Abrieb. Eine blasse rosa Strieme. Sie lächelte.

Besser noch: Sie grinste den ganzen Weg nach Hause in sich hinein, konnte sie sich ein wenig mit dem Seil anfreunden, während er auf diesen Moment warten musste.

Er kam an diesem Tag von einer Dienstreise heim, mit Sicherheit ziemlich platt, aber für ihn stand immer fest, dass Müdigkeit kein Grund sei keinen Sex mit seiner Frau zu haben. Sie mochte das. Denn auch, wenn sie selber müde und abgeschlafft war, so hinderte er sie immer sehr erfüllend am Einschlafen. Damit beide anschließend so richtig müde sind und man gemeinsam einschlafen konnte.

Zuhause angekommen legte sie das Seil erstmal auf das Bett und schaute es sich eine ganze Weile an. Sie ging ins Bad, wusch sich, rasierte sich frisch und zog sich für ihn an. Obwohl anziehen konnte man das wirklich nicht nennen. Halterlose, blickdichte, schwarze Strümpfe und diese vermaledeit hohen High Heels, dazu ihr ledernes Halsband mit Nieten und am O-Ring ein Schloss. Sie genoss es sehr sich für ihn herzurichten. Seine kleine, verspielte, willige, bereite Hure.

Er: Ich bin in 15 Minuten bei Dir. Ist alles bereit?
Sie; Ja, mein Herr.

Sie legte sich das Seil um den linken Knöchel, zog es leicht an, drückte auf den Auslöser und verschickte es an ihn. Sie stellte das Handy auf lautlos, nahm ihre Augenbinde und legte sie an.

Und spürte der Magie vor, die diese Nacht beherrschen würde.

Negativ – Die Liste oder: Was ich nicht mache(n kann oder will).

Es sagt sich ja für einen Dom immer so leicht daher, dass eine Sub sich nicht so viele Schranken aufbauen soll.
Sie soll offen sein für Neues, Spannendes, Erregendes – auf das sie dem Dom gefalle als lüsterne Gespielin. Und das nicht zu ihrem Nachteil.

Doch auch Doms haben Grenzen … ich probiere mich mal:

Kaviarexzesse
Egal, was kommt. Ich werde Dich niemals anscheißen oder anscheißen lassen.
Das liegt vollkommen außerhalb meiner Komfortzone.
Wenn dies für Dich als Sub ein Ziel ist … dann gehe bitte einfach weiter.

Vomming
Es soll Doms geben, die ihre Sub solange in den Mund penetrieren, bis diese sich übergeben müssen.
Als eine Art „Arbeitsunfall“ mag ich das hinnehmen, aber niemals mit Absicht herbeiführen.

Blut
Nadeln, Ritzen und andere Dinge, die bewusst darauf abzielen blutende Wunden herbeizuführen, sind meine Sache nicht.
Wenn mal eine dunkelrötliche Strieme beim Auspeitschen übrig bleibt, dann ist das okay. Also wie beim „Arbeitsunfall“ zu 2.

Petplay
Ich ficke keine Katzen, Hunde oder anderes Getier. Ich dressiere keine Pferde und melke keine Kühe.

Ageplay
Extreme Altersunterschiede zwischen Partnern sind grundsätzlich nicht das Problem.
Aber so zu tun, als sei jemand ein Baby oder minderjährig oder meine Oma oder so? Nein, danke!

Homoerotik
Jetzt kommt der Satz, den ich schon immer sagen wollte: Ich bin nicht homophob, aber ich spiele nicht mit Männern.
Meine Sexualität ist grundlegend heterosexuell und auch nicht bi-neugierig.
Da spielt auch nicht rein, dass ich gerne Schwänze blase. Keineswegs. Denn das reicht nicht fürs Bi-Sein.
In gewissen Dynamiken geht der Flogger sicher mal auf einem Mann nieder.
Aber ich würde mich nie mit einem Mann treffen – tut mir leid.

Sadismus / Masochismus
Ich beherrsche meine Libido. Und nehme mich dann auch gerne zurück.
Je nach Örtlichkeit/Veranstaltung ist das Beschlafen einer Sub auch nicht angemessen.
Aber ich habe keine Sub, die nur geschlagen werden möchte. Weil ich eben kein reiner Sadist bin.

Wunschzettelsubs
Die Sub markiert die Grenzen und in denen bewege ich mich frei.
Ein gewisses „MiMiMi“ gehört immer dazu, aber je länger man zusammen ist, umso weniger muss es werden.
„MiMiMi“ ist ein Lustkiller … so einfach ist das.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich meinen Teil dazu beitragen muss, dass das „MiMiMi“ verstummt (oder nicht mehr angesprochen wird).
Natürlich hat eine Sub immer ein gewisses Mitspracherecht auf Augenhöhe.
Wer jedoch einen Dom in seinem Leben haben will, der akzeptiert ihm zu Diensten zu sein. Auch wenn es gerade mal nicht passt.
Ende der Geschichte.

Bondage
Ich werde zu Fesselungen mit Seil wohl nie einen wirklichen Bezug bekommen.
Zu aufwendig und zu langwierig. Fesseln aus Stahl sind effektiver.

Harter Sex
Ich kann leider nicht stundenlang rammeln und möchte das auch nicht.
Das Leben ist nun mal leider kein Pornofilm.

House Rules (by quantumsatis.tumblr.com)

House Rules

Diese Regeln sind sicherlich nicht alle im normalen Leben ganz genauso anwendbar. Aber es lohnt sich, sich grundsätzlich damit auseinander zu setzen, wenn man in einer BDSM-Beziehung die submissive Rolle einnehmen mag.

Viele Regeln sind mittlerweile noch hinzugekommen, aber ich belasse es erstmal bei den „Originalen“. Wichtig ist, sich ein Bild über seine Gefühle dabei zu machen. Was ist kein Problem, was ist weniger eines und was ist ein großes Problem.

Ein Dom hat Ziele, die er verfolgt und er legt diese Ziele in bester Absicht für seine Sub fest. Es geht darum gemeinsam einen Raum zu betreten (BDSM) und diesen gemeinsam nach und nach zu möblieren (Regeln).

Ich vertrete die Auffassung, dass man nicht alles gleich von Anfang an zu 100% durchziehen sollte. Andere Doms sehen das grundsätzlich anders. Und das ist auch völlig okay. BDSM ist Vielfalt und soll dazu beitragen, dass beide Partner eine erfüllende Sexualität gemeinsam genießen können, in der Form, Farbe und Varianz, die am besten passt.

Selbstverständlich ist es so, dass auch ich so meine Gedanken habe und Medulla kennt diese auch. Die Besonderheit ist, dass man offen kommunizieren muss, einen Gedanken ansprechen und anpflanzen. So wird die Idee größer, die Blume wird immer wieder mal begossen, und am Ende geht man ein Thema an – oder lässt es einfach.

Will ein Dom seine Ziele streng durchziehen, dann braucht er auch eine Partnerin, die das ganz genau so will.

Ich bin unglaublich stolz auf meine Frau, die keinen Gedanken nicht denken mag und wir lassen uns Zeit mit der Möblierung. Ganz einfach.

Wie steht Ihr denn so dazu?

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The BDSM Masterclass — und warum das nur ansatzweise funktionieren kann.

Ich schreibe das mal ganz bewusst in der Kategorie „Portfolio“, also in dem Bereich, der meine bezahlten Künste bedient.

Für alles und jedes gibt es Webseiten, Blogs, Tutorials, Bücher, Zeitschriften, Hefte, Fernsehshows, Beratungsstellen, aber … wenn es um die Sexualität geht wird es eng. Gerade das, was eine Beziehung im Wesentlichen ausmacht bleibt oftmals in den Händen verschämter Paartherapiebesuchen ohne wirklich nennenswerte Erfolge stecken. Sexualität ist nach wie vor, trotz aller Offenheit, vollständig stigmatisiert und gehört gefälligst hinter verschlossene (Schlafzimmer-)Türen und sonst nirgendswo hin. Die Welt in der wir leben bietet uns jedoch ein ganz anderes Echo, wenn wir doch wissen, dass unsere Kinder vollumfassenden Zugang zu Pornographie haben, ohne auch nur einen EUR dafür ausgeben zu müssen. Was für uns damals die BRAVO war, und später als Wichsvorlage der OTTO Katalog, sind heute Google und die Bildersuche, YouPorn, xHamster und sonst was, auf den mobilen Endgeräten.

Und wir als Erwachsene sind oftmals mit dem, was da so geboten wird völlig überfordert (wie ich in Trigonometrie zB) und sind kaum kompetente Ansprechpartner unserer Kinder. Was aber auch daran liegen mag, dass wir oftmals ja nicht mal mit unserem eigenen Partner Dinge wie („Ich würde Dich gerne mal anpinkeln!“) oder („Arschfick, Schatz?!“) besprechen können oder wollen. Und dann sollen wir unserem Partner auch noch davon erzählen, dass wir ihr/ihm gerne mal „aus Spaß“ und „Lust“ eine Ohrfeige geben wollen. Wo, bitte, kommen wir den da hin?!

Und dann sehe ich auf Facebook diese Anzeige, wo erfolgreiche Vertreter ihres künstlerlischen Segmentes in „Meisterklassen“ ihr Wissen an gelehrige Schüler weitergeben. Und ich so … warum eigentlich nicht mal BDSM? Warum nicht mal gelehrigen Schülerinnen und Schülern den Sinn und Unsinn von BDSM auseinander nehmen und in Unterichtsklassen mit den ganzen Mythen aufräumen, die sich darum winden? Und dann komme ich immer wieder auf den Punkt, dass dies nur ansatzweise funktionieren kann.

Das hat vor allem damit zu tun, dass BDSM einfach viel zu viele Facetten hat und was für die eine Paarung schon „schlimm“ ist, da legen andere erst los. Aber sind es nicht Grundbegriffe, wie gegenseitiger Resepekt, von dem man so erzählen könnte, das Dingen mit dem Auffangen und so. Und schon hänge ich im eigenen Dilemma, da bspw. meine „O“ sich selbst auffangen muss. Als Krönung und Vereinigung meiner Definition von „Sub“ und „Sklavin“ ist sie stark genug, dies zu „meistern“. Und wenn ich von sowas erzähle, ist das dann noch generischer Stoff oder schon Eigenwerbung zur Anbahnung möglicher Auszubildenden? Kann man anderen überhaupt seine Sicht der Dinge so nahe bringen, dass die das auch verstehen und umsetzen oder müsste ich mich mit dem „üblichen“ Einerlei der Erwachsenenbildung auseinander setzen?

Wäre so eine Masterclass of BDSM nicht eher etwas Technisches? Also eher eine Einführung in Floggertechniken? Oder so? Und wäre das nicht einfach langweilig?

Da ich jedoch grundsätzlich Interesse daran habe, meinen Teil des Wissens um BDSM in die Welt zu tragen, befasse ich mich ernsthaft mit dem Gedanken sowas mal anzugehen und entsprechend im Rahmen der „Secret Night“ anzubieten.

Stay tuned ….

Offene Beziehungen

Offene Beziehungen

Menschen sind unterschiedlich, genau so wie BDSM unterschiedlich ist. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass gerade im BDSM viele Beziehungen als „offen“ deklariert sind. Die Frage ist immer nur, was genau damit gemeint ist.

Grundlegend betrachtet sind Menschen meiner Meinung nach nicht monogam.

Der Mann wird seit jeher als Wesen beschrieben, der sein Erbgut breit streuen will. Für ihn ist die Nächstbeste eben auch die Beste.

Die Frau jedoch ist anders. Sie wählt nach anderen Kritierien aus. Einen Mann mit guten Erbmaterialien, weil sie eben genau weiß, dass sie mit den Zöglingen eine ganze Zeit lang klar kommen muss, während der Mann sich munter die Nächstbeste sucht. Die Frau will den Besten.

Und während die Männer auf den Bäumen sitzen, kann die Frau alle vom Baum holen und sich den Einen aussuchen. Danach klettern die übrigen Männer wieder auf den Baum und warten auf die Nächste.

So ungefähr ist das wohl mal laut Evolution gedacht gewesen. Ein Prinzip der seriellen Monogamie, aber eben nicht auf Dauer ausgelegt oder sogar bis zum Tod. Hier kommen eher kirchliche und damit neu-moralische Dinge zum Zuge. Diese sind nicht falsch, aber das reale Leben mit seinen Verlockungen macht es nicht immer einfach, wirklich treu zu sein. Gedanklich ist jeder zweite mindestens einmal fremd gegangen – und das schließt Frauen und Männer ein. Irgendwie musste also eine Lösung dafür her, dass man sich sexuell betätigen konnte, ohne gleich die komplette Beziehung zu ruinieren. Denn viele Menschen sind in der Lage die Gefühle und Emotionen für einen Partner (also das, wo die tatsächliche Bindung geschieht) komplett vom Ausleben der Sexualität zu trennen.

Und dazu gibt es unterschiedliche Formen, Farben und Varianten. Die gab es schon immer, aber in der heutigen Zeit ist das alles etwas freier und man kann es benennen. In der Rubrik „3er im BDSM“ bin ich schon auf einige Dinge eingangen, wie Cuckolding oder Cuckqueaning. Hier nun also der Versuch mal alles zu konkretisieren und zu katalogisieren.


 Variante Eins – Erlaubtes Fremdgehen

 Die wohl einfachste Form einer offenen Beziehung. Ein Partner erlaubt dem anderen auch andere Partner zu haben.

Grundlegend ist, dass das Fremdgehen so von statten geht, dass der andere Partner davon nichts mitbekommt.

Solche Dinge verschwinden zumeist im Hintergrundrauschen von Dienstreisen oder Überstunden und dergleichen.

Nach außen hin bleibt die Beziehung geschlossen. Man nimmt sich halt wechselseitig einfach mal eine Auszeit, wenn sich diese anbietet. Es ist die Situation, die Möglichkeiten schafft.


Variante Zwei – Offenes Fremdgehen

Beide Partner erlauben sich gegenseitig das Fremdgehen und reden darüber im Vorfeld.
Gerade im BDSM kann es dazu kommen, dass der eine Partner Dinge mag, die der andere nicht mag oder gar nicht kann.
Bei uns zum Beispiel wäre es so, dass ich Bondage mit Seilen zwar schick finde, aber nicht wirklich beherrsche. So erlaube ich meiner Frau sich jemanden zu suchen, der das mit ihr macht. Auf der anderen Seite ist meine Frau nicht für Natursekt zu gewinnen, so habe ich die Erlaubnis eine andere Frau zu diesem Zweck zu treffen.
Im Gegensatz zur Variante Eins ist hier ein großes Vertrauen im Spiel, sich seiner emotionalen Partnerin dahingehend zu öffnen, dass man zu diesem Zweck jemanden treffen mag. Viele finden alleine schon die Suche des Partners nach einem anderen Partner als demütigend. Einige Paare schaffen es jedoch zusammen mit dem Partner aktiv jemanden zu finden und gehen dann gemeinsam hin.
Denn, es ist ja nicht wirklich fremdgehen, wenn der eigene Partner dabei zuschaut, oder? Oder zumindest im Nebenraum Kaffee trinkt.


 Variante Drei – Offenes und vertrautes Fremdgehen

 Nicht wenige Paare phantasieren davon, wie es wohl sein würde, wenn ein fremder Mann die eigene Frau in einer Bar anspricht und sie dann mit ihm geht. Erlaubt durch einen kurzen Blickkontakt und ohne dass der eigene Partner mit dabei ist. Oftmals gehen die Partner auch getrennt voneinander aus, um einen anderen Partner für die Nacht zu finden. Das wichtigste ist dabei, dass die emotionale Ebene zu 100% intakt ist. Es sind nämlich meistens die Frauen (siehe ganz oben), die Erfolg bei der Partnersuche haben. Da darf der Mann nicht neidisch sein und einfach gönnen können.
Zum Sexualleben gehört jedoch auch, dass beide Partner offen über ihre anderen Partner reden. Vielleicht sogar Bilder herzeigen. Es findet alles wirklich und ehrlich offen statt. Ein Konzept, welches nur zwei starke Partner wirklich leben können.


Variante Vier – Der/Die Geliebte

Einen Schritt weiter und vielleicht auch in Richtung Polyamorie gehend, ist die Erlaubnis eine Dauergeliebte / einen Dauergeliebten zu haben. Einen anderen Menschen, mit welchem man sich regelmäßig zum Sex trifft, mit welchem man aber auch emotional verbunden sein kann. Ein Konzept vieler Menschen übrigens, die jedoch „still“ dulden, dass der Mann andere Frauen hat (oder vice versa), weil es in der Beziehung eher um den Status der Beziehung geht, als um Emotionen. Nicht wenige Menschen leiden dann auch darunter oder gehen den Schritt es ihm/ihr „still“ gleich zu tun.
Wird es offen praktiziert, dann ist es meiner Meinung nach oft so, dass der eine Partner auch deswegen einwilligt, weil zum Beispiel die Frau dem Mann eine junge Gespielin gönnt, die er neu ausbilden kann. Oder weil die Manneskraft des älteren Herren gegenüber einem jungen Stecher nachsteht. Im BDSM ist es nicht unüblich, dass ein D/s-Paar im fortgeschrittenen Alter sich gerade deswegen junge Frauen und Männer oder Paare suchen. In jedem Fall ist es auch nichts für schwache Nerven.


 Fazit: Offene Beziehungen lassen andere Partner als Sexualpartner des anderen zu, wobei man sich getrennt vom eigenen Partner zum Sex mit anderen trifft. Das steht im Gegensatz zu Swingerclubs oder SM-Clubs, wo vielleicht auch Sexualität und BDSM mit anderen Menschen praktiziert wird, aber eben gemeinsam und nicht getrennt.