Wie wird man ein Dom? Erklärungsversuch.

… und komme zum Ergebnis, dass man Dominanz und/oder Submission nicht „erlernen“ kann. Es ist ein Gefühl, welches grundlegend vorhanden sein muss. Und dann braucht es einen Partner, dem man sich anvertrauen und es leben kann.

Wer als JungDOM erste Schritte macht, der macht das im besten Falle „einfach so“ und vertraut darauf, dass sein Partner ihm ein paar Dinge nicht übel nimmt. Es sind die Klapse auf den Popo, für die man sich nicht entschuldigt, um zu schauen, wie der Partner damit umgeht. Zum Beispiel. Aber … man muss das wollen. In diesem Augenblick des Anblickes eines Hintern, muss man das Verlangen haben seinen Handabdruck zu hinterlassen.

Und dabei ist es ein Unterschied, ob man seinem Partner im Vorbeigehen einen Klaps auf den Hintern giebt, oder ob man gerade „a tergo“ im Bett rummacht. Es ist die zusätzliche sexuelle Erregung, die man beim bloßen Gedanken daran verspürt, seinem Partner „dabei“ einen heftigen Schlag zu versetzen.

Eventuell existiert sogar der Wunsch seinen Partner einfach mal „übers Knie zu legen“ und zu versohlen. Man sieht diese eine Person und wünscht sich den Hintern dieser Person rot zu färben (mehr oder weniger intensiv). Spielerisch für etwas „zu bestrafen“, weil wegen Schnippigkeit oder Widerworten, egal für was.  Kein Dom würde übrigens jemals „irgendjemanden“ einfach so „spanken“. Das wäre zu Recht ein illegaler Übergriff. Es ist der Wunsch in meinen Augen verbunden mit dem Partner und nicht losgelöst von der Zuneigung zu dieser Person. Es ist das Eintauchen in eine Situation und das Verfolgen eines Gefühls, das Ausleben des Wunsches gepaart mit einem Trigger.

Wohlgemerkt, das sind jetzt nur zwei Beispiele und ich könnte nun weiter ausführen, dass Medulla am Anfang mal meinte, sie würde sich irgendwann sicher mal „eine fangen“, also eine Ohrfeige oder mit meiner Hand an ihrem Hals an die Wand gedrückt eine deutliche Ansage bekommen.  Oder Oder Oder …

Dominanz und Submission ist immer das Zusammenspiel zweier Charaktere, die Angebote machen und damit die Nachfrage stellen.  Und ja, dabei passieren Fehler und Missdeutungen, wie wann ein „Nein“ wirklich ein „Nein“ ist. So ist es mir passiert, dass ich Medulla wegen „Verweigerung“ eine Ohrfeige gab, was sie grundsätzlich für ihr Verhalten als richtig empfand. Allerdings hätte ich den großen Kontext „drumherum“ nicht im Blick gehabt, weswegen sie das Spiel nach der zweiten Ohrfeige abbrach.

Wichtig ist also, dass man sich von seiner Sub auch mal die Meinung sagen lassen muss, und auch die Nutzung eines Safewords bedeutet nicht die sofortige Beendigung einer Beziehung. Wer als Dom sowas in Aussicht stellt, der hat es in meinen Augen nicht verstanden seiner Sub die Sicherheit zu geben, sich frei äußern zu dürfen. Das muss jederzeit möglich sein, denn nur dann kann man gemeinsam schauen, wohin die Reise geht und voneinander lernen.

Ich glaube nicht, dass man sich im Gegensatz zur Submission einfach dazu entscheiden kann ein Dom zu sein. Es ist relativ einfach zu einer Domina zu gehen und die Verantwortung einfach mal abzugeben. Wenn ich jedoch nicht den Wunsch habe, meinem Partner von mir aus Dinge anzutun, die Fäden in der Hand halten mag, den Anfang machen, meinetwegen auch den Partner nach meinem Willen zu formen, dann wird es in meinen Augen relativ schwer sein, dominantes Verhalten  an den Tag zu legen.

Es gibt natürlich noch das Prinzip „To Top From The Bottom“, also die Sub erzieht sich den Partner, wie sie ihn braucht und ich will gerne glauben, dass eine solche „dominante Sub“ und ein solcher „submissiver Dom“ auch sehr glücklich sein können. Nur, das war ja nicht das Thema.

Fazit:
Dominante Liebhaber haben im Schlafzimmer, wenigstens dort oder zumindest, eine Selbstsicherheit, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie das Zepter in der Hand haben und es sich nicht nehmen lassen.

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