Bedingungsloser Grundgehorsam

Von all den Titel, Thesen und Temperamenten, die um den Begriff BDSM herumschwirren, gilt mir persönlich dieser hier am Wichtigsten: Der bedingungslose Grundgehorsam.

Keine D/s-Beziehung kommt ohne dieses unausgesprochene Gesetz aus. Man lernt sich kennen, man lernt sich zu schätzen, man beginnt zu vertrauen und irgendwo in diesen ersten Schritten ist er bereits vorhanden. Der Grundgehorsam ist wichtig, wenn man sich einem Dom hingibt. Denn ohne ihn, wird das nichts.

Wenn das Gefühl für den Grundgehorsam nicht vorhanden ist, der Wunsch zu gefallen, zu dienen, spielt man nur eine Rolle, die nicht echt wirkt. Und damit kann ein Dom eher wenig anfangen. Natürlich, gibt es Paarungen, die darauf aus sind, dass ein Dom mehr zwingen muss, weil die Sub mehr genötigt werden möchte. Aber am Ende kommt es zu diesem Punkt. Ohne den Grundgehorsam ist es nicht leicht miteinander, sondern nur schwierig und stressig.

Bedingungslos kann der Grundgehorsam natürlich nicht von Anfang an sein. Die Frage ist ja auch, wann wird der Grundgehorsam bedingungslos und kann er es überhaupt werden?

Bedingungslosigkeit setzt voraus, dass man etwas tut, ohne etwas dafür zu erwarten. Man gibt einfach, fordert im Gegenzug jedoch nichts ein. Geht das? Oder ist da im Hinterkopf nicht doch irgendwo ein kleiner Schelm, der etwas zurück erwartet. Wenn auch nicht im gleichem Atemzug, also als direkte Reaktion.

Bedingungsloser Grundgehorsam setzt in meinen Augen dort ein, wo genau dieses Ding erfüllt ist. Man gibt und dient und eines fernen Tages wird man dafür belohnt. Man gibt die Hoffnung darauf nicht auf, und bleibt positiv denkend. Es gibt kein Zeitgefühl für den Zeitpunkt der Reaktion. Es wird dem anderen überlassen, wann das kommt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Mensch jemals überhaupt ohne irgendeine Bestätigung für sein Handeln auskommen kann. Nur ist eben der Leidensdruck unterschiedlich ausgeprägt.

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mit einer Sub zusammen sein könnte, die genau so tickt. Wahrscheinlich würde ich sie zuschütten mit meinen Emotionen, und sie würde darin ertrinken.

Auf der anderen Seite kann ich aber auch nichts mit Subs anfangen, die ständig fordern und fordern und keine Geduld haben und sich dabei selber überholen. D/s hat etwas damit zu tun, dass die Sub sich aktiv dazu entschlossen hat einem Dom gewisse Handlungsfreiheiten einzuräumen und somit hat sie dem Dom auch die Entscheidung über die Geschwindigkeit des Miteinanders abgetreten.

Innerhalb einer 24/7-Sache muss ein Herr sich ganz klar durchsetzen und zur Ordnung rufen. Da ich jedoch ein sehr kommunikativer Mensch bin glaube ich, dass meine Subs es einfach mit mir haben, weil ich es ihnen einfach mache(n will).

Vielleicht ist es auch so, dass der bedingungslose Grundgehorsam etwas ist, was eine Sub antreibt über ihren Schatten springen zu können. „Mein Herr, will dies und jenes. Das wird schon okay sein, da ich ihm bedingungslos vertraue und diene. Weil ich ihm gefallen will und dadurch meine Befriedigung erhalte. Mein ‚Quid pro Quo‘.“

Und bevor es konkret philosophisch wird ^^:
Der bedingungslose Grundgehorsam mag auch etwas sein, was ganz tief unten gefühlt wird, ohne das er wirklich beschrieben werden kann. Und diesen Grundgehorsam kann man wohl nur einem Menschen, einem Dom, gegenüber schenken.

Und ja … man muss nicht alles auf die Metaebene bringen, aber einen Versuch war es wert.

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