Guten Tag auch …

Der Blick aus dem Fenster. Über diesen Tellerand. In das eigene Vertrauen.

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich mal wirklich was Aktuelles und „Dominantes“ von mir gegeben habe.

Dabei komme ich schon bei diesem Anfang ins Schleudern, denn beim Pendeln zwischen meinen Welten, scheinen die Grenzen zwischen diesem „Dominanz“ und „Submission“ immer mehr aufzuweichen. Wo also ein submissiver Mensch dominante Dinge macht und ein dominanter Mensch submissive Dinge tut.


Ich habe das an diesem Wochenende mal unter einem Punkt zusammengefasst:

„Natürlich bin ich als Sub für die Orgasmen meiner Herrschaft zuständig. Und wenn ich sie dafür schlagen muss!“


Da steckt weitaus mehr Emo-Kram hinter als es den Anschein hat. Denn ich glaube fest daran, dass es niemanden gibt, der zu 100% sexuell das eine oder andere ist, wenn es um BDSM geht. Es sind zumindest immer Fantasien verborgen, die so einen kleinen Anteil ausmachen. Dinge, die in diesem was wäre, wenn, gefangen bleiben und vergessen werden. Bis sie wieder Einzug in die Träume erhalten. Sagen wir, dass ich glaube, dass Dominanz und Submission etwas sind, was maximal zu 99% in einem existiert und dass dieser kleine Funken einfach irgendwo zündelt.

Nun will ich niemanden dazu bringen diese 1% ans Tageslicht zu zerren. Das liegt mir fern. Oft habe ich von submissiven Menschen gehört, dass so einige dominante Dinge in ihnen existieren, die sie aber nicht ans Licht lassen, weil schließlich sei man ja submissiv veranlagt. Und was würde der dominante Partner davon halten, würde man mal einen Vorschlag in diese Richtung machen. Da steckt sicherlich auch ein wenig Unsicherheit drin. Unsicherheit in sich selbst.


Ich war mal an dem Punkt, wo ich dachte, ich bin jetzt dominant und Ende. Kann man hier auch so nachlesen. Und daran ändere ich nachträglich auch nichts. Schließlich war das mein Weg, von dem ich glaubte, das ist jetzt so. Und dann erlaubt man sich einfach mal was und macht in seiner Submissivität Dinge, die eigentlich „dominant“ sind und hat hinterher eine befriedigte Herrin vor sich liegen. Und das alles unter dem Motto „Never Inside“ und „Never Cum“. Es ist auch Absicht, dass ich das als Martin schreibe und nicht als Sarah. Schließlich soll es Menschen geben, die von meinen zwei Seelen in einem Körper immer noch nichts wissen.

Tatsächlich ist es so, dass Sarah „dominant“ kann. Sie braucht das nicht wirklich, aber sie kann den dominanten Martin durchaus nutzen, um die Lustzufuhr, die Luststeigerungsmöglichkeiten auf eine vertrauensvolle Art und Weise anzuwenden, ohne dass eine FemDom ihr Gesicht verliert. Und ohne, dass eine FemSub aus ihrer Rolle fallen muss. Sie bringt sich so im privaten Rahmen ein, den sie in offiziellem öffentlichen Rahmen niemals anbringen würde. Submission muss nicht immer passiv sein. Sie kann durch aktive Teilnahme am Geschehen das Spektrum erweitern, in welchem sich Herrin und ihre „O“ bewegen können und so neue Impulse für die eigene Erniedrigung setzen.


Vor diesem Wochenende hätte ich das nicht gewusst. Weil ich es selbst nicht geglaubt hätte, dass das geht. Der Rest ist und bleibt privat.

 

#Welthurentag am 02.06.2020 #RotlichtAN

#RotlichtAN ist eine Initiative des BesD e.V. zum Welthurentag am 02.06.2020.

Am kommenden Dienstag, den 02.06.2020 ist es wieder soweit. Und zum Anlass des Tages gibt es eine Offensive des BesD e.V., dessen IT-Admin ich bin.

Wir veranstalten eine Zoom-Aktion „Ask a Sexworker“ und Sarah Blume wird sich neben vielen anderen lieben Kolleg*innen der Meute stellen.

#RotlichtAN
#RotlichtAN

Denn es gilt leider immer noch zu häufig der Grundsatz, dass die Menschen viel lieber über uns sprechen als mit uns und wir wollen einfach mal ins Gespräch kommen und dieses anbieten.

Auf der unten verlinkten Webseite stehen alle Infos, die ihr so benötigt, um euch anzumelden und mitzumachen.


#RotlichtAN – Eine Initiative des BesD e.V.

RotlichtAN

Vom Irrsinn der Kleidungsvorschriften im BDSM

In diesem Artikel geht es um die irrige Annahme, dass es allgemeingültige Bekleidungsvorschriften (vornehmlich für weibliche Subs) im BDSM gäbe. Darauf möchte ich ein wenig näher eingehen.

Wenn es um BDSM geht, und ich sehe das in diesem Artikel absolut subjektiv, so mag ich es, wenn sich eine Sub mir entsprechend kleidet.

  • Sie soll bitte je nach Temperatur keine Unterwäsche tragen.
  • Sie soll bitte keine Hosen tragen, sondern nur Kleider oder mindestens Röcke.
  • Sie soll bitte stets ihr Halsband tragen.
  • Sie soll bitte stets HighHeels tragen.
  • Sie soll bitte stets halterlose Strümpfe tragen.
  • Sie soll bitte stets schlichte Kleidung ohne Schnörkel tragen.
  • Sie soll bitte die Naht ihrer Halterlosen stets nach hinten zeigend tragen.
  • Und was mir dann sonst noch sein einfällt.

Und ja, ich darf diese Wünsche äußern und ich finde es ist wichtig, dass diese Dinge einfach bekannt sind. Denn nur so kann sich eine Frau, die sich anschickt, eine Sub im #CircleOfFalbalus zu werden, ein Bild von dem machen, was so auf sie zukommen wird. Das sind meine Wünsche … und auch wenn die Bildsprache davon ausgeht, dass Frauen in „sowas“ stets gut und vor allem sexy und begehrenswert gekleidet sind, so muss das noch lange nicht für andere dominante Fachkräfte gelten. Aber ich will nicht für die anderen sprechen, sondern allein von mir.

Nur, was nützt mir das als Dom, wenn keine Frau sich auf sowas einlassen mag? Dann stehe ich schön blöd da mit meinen Wünschen. Auf der anderen Seite will ich nicht verleugnen, dass es aus welchem Grund auch immer, genügend Frauen gibt, die dieser Kleidervorschrift folgen mögen – und zwar generell betrachtet. Das macht es aber noch nicht allgemeingültig. Gewisse „Lingerie“-Dinge haben sich als zutreffend ergeben, wenn es darum geht einen Mann um den Finger zu wickeln. Ob das nun ein Modediktat ist oder nicht. Mir ist das Wurst. Zurück zum Thema.

Geht es also in einer D/s-Beziehung darum, dass dem einen gerne gedient wird und der andere sich gerne bedienen lässt, dann halte ich eine Kleiderregel für sehr viel weniger gesprächs bedürftig als z.B. diverse sexuelle Praktiken. Obgleich es Frauen gibt, die kein Problem mit Analsex-Gangbang haben, aber bestrapste Beine landen auf der No-Go-Liste. Ich finde das seltsam, aber … es kommt halt darauf an, wie eine D/s-Beziehung insgesamt ausgeprägt ist.

Jede Beziehung im BDSM hat andere „Bedingungen“. Wichtig ist, dass diese gemeinsam in intensiver Kommunikation ausdefiniert werden. Manchen Menschen ist die Bekleidung der Sub völlig Wumpe, solange sie sich gerne und grundlos ohrfeigen lässt. Manchen Menschen regt es halt sehr und intensiv an, wenn eine Sub sich zugänglich kleidet und so signalisiert, dass sie immer (für ihren Dom!) verfüglich ist. Im BDSM ist alles ein Kompromiss und mit Hingabe beiderseits ist es auch kein fauler.

Wenn ich an meine Punkte oben denke, dann komme ich immer wieder mal zu der Frage, warum ich das gerne so haben möchte. Es ist ganz einfach: Ich mag Frauen, die sich so kleiden. Ende der Geschichte. Und wenn eine Frau sicher weiß, dass in meiner Wohnung oder auf BDSM-Partys eventuell stets „3H“ zum Zuge kommt, dann kann sie sich vorher überlegen, ob sie eine D/s-Bindung zu mir so akzeptiert. Ja, oder eben nicht. Denn am Ende des Tages sind wir dominanten Menschen vollkommen machtlos, wenn die Frau was nicht möchte. Dann haben wir einen Ständer, aber keine Sub dafür. So einfach ist das.

Wenn eine Frau sich von sich aus gerne so kleidet und sich auch gut und sicher damit fühlt, dann gibt es weniger Probleme, als wenn man versucht eine Frau dorthin zu tragen. Das gibt nur Donnerkeil mit Wolkenbruch und ständiges Gerede. Dabei wollen wir doch unseren Spaß haben und nicht ständig an irgendwas rummaulen, oder?

Ich persönlich lege zu mindestens Wert auf diese Regeln, wenn es hauptamtlich irgendwo auf eine Party geht. Oder zum Essen. Oder ins Pornokino. Und wenn sie es daheim auch so macht, um so schicker und wenn nicht, tja, dann eben nicht. Meine Sub ist auch dann meine Sub, wenn sie daheim gerne im Jogginganzug rumlaufen will. Denn dieser ist ähnlich zugänglich wie ein Kleid 😉

(x) Für Euch getestet.

 

Allgemeine Missverständnisse in der BDSM-Gemeinschaft

Source: https://onelittlekingdom.tumblr.com/post/614554049123139584/bdsm-101-common-misconceptions-of-those-who-visit


Viele, die zum ersten Mal (hier: nach „Tumblr“ gilt aber auch generell! — der Red.) die BDSM-Community erkunden, treten mit gefährlichem Viertelwissen, Vorurteilen und falschen Annahmen ein. Es folgt eine Liste von verbreiteten Missverständnissen und der Wahrheit dahinter.

  1. Submissive Menschen kann man sich einfach nehmen.

Submissive Menschen sind entweder in einer Beziehung oder sie sind es nicht. Wenn sie es sind, gehören sie niemandem außer ihrer eigenen Herrschaft. Kein anderer hat Rechte über sie. Wenn sie alleinstehend sind, können sich submissive Menschen dafür entscheiden, eine Beziehung mit der von ihnen gewählten Herrschaft zu führen. Während dieser Zeit gehören sie niemandem außer sich selbst. Kein anderer hat Rechte über sie.

  1. Eine bestehende Beziehung ist kein Hindernis für die Annäherung an einen submissive Menschen.

Die meisten Menschen in der BDSM-Community sind monogam. Einige Paare suchen sich Spielkameraden, und einige Einzelpersonen sind polyamorös. Wenn Sie sehen, dass jemand bereits in einer Beziehung ist, so ist dieser submissive Mensch in aller Regel nicht verfügbar. Suchen Sie Ihre nächste Beziehung anderswo.

  1. Submissive Menschen werden gerne mit Begriffen wie „Prinzessin“, „Kätzchen“, „Haustier“ und „Sklavin“ bezeichnet.

Dies sind Dinge, die sich eine Herrschaft verdient. Submissive Menschen wollen nicht von jemandem, dem sie sich nicht unterworfen haben, mit diesen Namen bezeichnet werden.

  1. Submissive Menschen werden gerne als „Hure“, „Schlampe“ und „Fotze“ bezeichnet.

Wieder falsch. Submissive Menschen, die auf Erniedrigung stehen, lassen sich gerne von selbst gewählten Partnern oder ihrer Herrschaft so nennen. Wenn ein Fremder einen dieser Titel benutzt, ist es einfach respektlos.

  1. Ich kann submissive Menschen so behandeln, wie ich will.

Nur weil sie gerne die Kontrolle aufgeben, macht sie das nicht unwürdig für Ihren Respekt. Tatsächlich gebührt ihnen in höchstem Maße Respekt dafür, dass sie der Herrschaft die Möglichkeit geben, ihre Hälfte der Machtdynamik zu erforschen.

  1. Dominante Männer erwarten, dass Sie deren weibliche Submissive einfach angraben.

Während einige dominante Männer dies genauso genießen, zieht es die große Mehrheit der Dominanten generell vor, dass ihre Beziehung respektiert wird. Behalten Sie Ihre Wünsche einfach für sich. Ist Ihnen nicht sicher, ob ein submissiver Mensch eine Herrschaft hat versuchen Sie doch einfach zu fragen.

  1. Es ist nichts Falsches daran, jeden Submissive Menschen, dem ich begegne, zu bitten, sich mir zu unterwerfen.

BDSM-Beziehungen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen, das sich nur langsam aufbauen lässt. Jemanden, den Sie gerade erst kennen gelernt haben, zu bitten, Ihre Unterwürfigkeit zu zeigen, ist so, als ob Sie jemanden, mit der/dem Sie ein paar Mal gesprochen haben und das im Matheunterricht hinter Ihnen sitzt, bitten würden, Sie zu heiraten.

  1. Es ist nichts Falsches daran, jeden Dominanten, dem ich begegne, zu bitten, meine Herrschaft zu sein.

Auch dies ist völlig unangebracht. Warum sollten Sie einem nahezu fremden Menschen ein so hohes Maß an Kontrolle über dein tägliches Leben geben?

  1. Die submissiven Menschen sind alle gleich.

Jeder submissive Mensch will BDSM so machen, wie es für ihn am besten funktioniert. Während es augen- und auch wahrscheinlich viele gemeinsame Eigenschaften gibt, ist jeder dennoch einzigartig.

  1. Die dominanten Menschen sind alle gleich.

Auch dies ist nicht korrekt. Jeder hat nicht nur seinen eigenen Stil, sondern sie passen sich von Beziehung zu Beziehung an, um die Pflege und die Bedürfnisse ihres gegenwärtigen submissiven Menschen zu erfüllen.

Während diese Richtlinien in meinen Augen allgemeine Regeln darstellen, ist jede Person und jede Beziehung im Universum des BDSM anders. Wenn Sie sich bei etwas nicht sicher sind, lehnen Sie sich zurück. Beobachten und lernen Sie oder Sie verirren sich auf der dunklen Seite der Vorsicht und des Respekts (und werden zum Arschloch! — der Red.). Genießen Sie den Besuch unserer Gemeinschaft.